Zitat aus der Bibel  

Ein Wort aus der Bibel zum Thema Freude: Es gibt für mich keine größere Freude, als zu hören, dass meine Kinder so leben, wie es der Wahrheit entspricht.
3. Johannes 4
   

Geburtswehen der Freien Evangelischen Gemeinde Uznach bis 1988
(aus der Sicht von Berthold, Uznach)

 

Ich zog mit meiner Familie im Herbst 1972 nach Uznach um und arbeitete neu als Heimleiter im Pflegeheim Uznach. Wir fanden bald Anschluss bei der FEG in Rapperswil.

1980 hatte eine junge Mitarbeiterin vom Pflegeheim so starke Probleme, dass sie im Spital nebenan behandelt werden musste. Wir kamen gemeinsam überein, Martin Leicht (damals Prediger von Rapperswil) als Seelsorger beizuziehen. Im Anschluss an die Begegnungen bekehrte sich diese Mitarbeiterin und wir freuten uns sehr. Später kamen zwei weitere Mitarbeiterinnen dazu.

Gemeinsam hatten wir bald den Wunsch, wöchentlich an einem Abend miteinander die Bibel zu lesen und miteinander auszutauschen. Nach ihrer Genesung machte die Mitarbeiterin Bekanntschaft mit Pia und Hansjörg. Diese nahmen dann schon am folgenden Mittwoch Marga und Andreas mit. So waren wir schon eine nette Gruppe zusammen. Wir trafen uns jeweils im Geselligkeitsraum im Untergeschoss des Pflegeheims.

Meinem damaligen Präsidenten unserer Heimkommission habe ich im Laufe der Zeit mitgeteilt, dass wir uns als Bibelgruppe wöchentlich an einem Abend im Heim treffen. Ich merkte bald, dass es ihm nicht so genehm war. Im Herbst 1982 kam dies dann in der Heimkommission zur Sprache. Daraufhin wurden diese Zusammenkünfte kurzerhand untersagt.

Später wurde ich vom Vizepräsidenten zum Gespräch eingeladen und merkte bald, dass unsere Heimleiterstelle auf dem Spiel stand. Meine Frau, Ruth und ich hatten schon eine neue Heimstelle in Oftringen in Aussicht. Dann aber erhielten wir den Bescheid, dass wir doch im Pflegeheim Uznach bleiben durften.

Die Gemeindeschwester Pia kam zu der Zeit auch in die Bibelgruppe. Sie hatte vorgeschlagen, uns in ihrer Mietwohnung zu treffen, was wir während knapp einem Jahr benutzten. Die Wohnung gehörte dem katholischen Krankenverein. Aber nach knapp einem Jahr sickerte dies dort auch durch. Als Folge wurde ihr die Arbeitsstelle gekündigt.

Die Verantwortung und Leitung der Bibelstunden wurden von der Freien evangelischen Gemeinde Rapperswil und Lachen wahrgenommen.

Nach den Sommerferien begannen Kurt und Cornelia eine Jungschararbeit in Gommiswald. Sie durften nach Anfrage bei der Schulkommission ein Schulzimmer im alten Schulhaus benützen. Die Jungschar wuchs bald zu einer stattlichen Gruppe heran. Von den älteren Jungschärlern, damals "Follower" genannt, kamen später auch einige in die Bibelgruppe, was uns auch sehr freute. Immer klarer zeigte sich der Wunsch, eine örtliche Gemeinde im Sinne des Neuen Testamentes anzustreben.

So fassten wir im Frühjahr 1986 den Entschluss, auf eine Ortsgemeinde hinzuarbeiten, damit auch eine Kinder- und Jugendarbeit aufgebaut werden konnte. Hinzu kam, dass uns der bisher genutzte Keller nur noch auf Zusehen hin zur Verfügung stand. So starteten wir die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Im Sommer 1986 waren rund 300 m2 im Untergeschoss des Hotel Ochsen zur Vermietung auf anfangs 1987 ausgeschrieben. Die Räume passten zu unserem Ziel und waren genügend gross. Sie sind zudem äußerst zentral im Ort gelegen und in der Nähe des Bahnhofes und sogar Parkplätze sind genügend vorhanden. Deshalb war uns der Entschluss nicht schwer gefallen, mit den damaligen Vermietern, Herrn und Frau Oberholzer, einen längerfristigen Mietvertrag abzuschliessen.

Während den Wochentagen trafen wir uns jeden Dienstagabend zum gemeinsamen Gebet und jeweils am Donnerstagabend zur Bibelstunde. Weiter fand jeden Freitagnachmittag, von 16:00 Uhr bis 1700 Uhr, eine Kinderstunde statt, in welcher gespielt, gesungen, gebastelt und biblische Geschichten erzählt werden. Ein Jungschar- und Followerprogramm bestand für jeden zweiten Samstagnachmittag und Abend.

ab 1988 bis 2009 (aus den Protokollen notiert durch Ruedi)

Unterstützung

Die Freundschaft und Sympathie der Rapperswiler Geschwister war und ist ein Segen und hatte uns den Start ermöglicht. Immer wieder konnten wir auf ihre Unterstützung und Zuwendungen zählen. Wir selbst waren bereits im Jahre 1989in der Lage, für die Inanspruchnahme der Lehr- und Verkündigungsdienste der FEG Rapperswil monatlich einen bescheidenen Betrag zu überweisen.

Schritte zur Selbständigkeit

Der Wunsch nach einem eigenen Prediger als weiterer Schritt in die Selbständigkeit wurde 1990 konkreter und dies wurde auch von der FEG Rapperswil unterstützt. Die Schaffung und Äufnung eines Personalfonds wurde begonnen. Unsere Abklärungen ergaben, dass vom Bund FEG in nächster Zeit kein Prediger für unsere Gemeinde verfügbar war. In Rapperswil wurde 1991 Michael Wengenroth als Predigerpraktikant gewählt. Er nahm regelmässig von Rapperswil aus bei uns in Uznach Predigt- und weitere Dienste wahr. Im Juni 1992 wurde er an einer a.o. Mitgliederversammlung zum Prediger der FEG Uznach gewählt und am 01.Oktober 1992 eingesetzt. Mit seiner Frau Elisabeth nahm er Wohnsitz in Uznach.

 

Der damalige Besitzer des Hotel Ochsen, Hr. Oberholzer informierte uns 1992 über seine Verkaufsabsichten und bot uns die Liegenschaft zum Kauf an. Hansjörg schrieb damals: „ein Kauf des Betriebes scheint zwar verstandesmässig völlig ausserhalb unserer Möglichkeiten. Unser Herr Jesus hat aber auch für seine Gemeinde in Uznach Pläne. Sollte seine Gemeinde zu einer entsprechenden Grösse wachsen, wird er die dazu nötigen Wunder auch schenken.“

 

Die Gründungsversammlung unseres Vereins FEG Uznach fand am 19.03.1992 statt. Als Ziel wurde in den Statuten festgehalten: „die Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten“. Anschliessend erlebten wir eine segensreiche Zeit mit vielen zum Teil gut besuchten Anlässen und Veranstaltungen. Wie z.B. der Anlass über biologischen Gartenbau mit Walter Mauerhofer, oder die Evangelisationen mit Herbst 1992 mit Dick Leuvenink und im Herbst 1997mit Fredy Staub.

Arbeitszweige

Im Verantwortlichenkreis erarbeiteten Martin, Hansjörg und Ruedi schrittweise die Gemeindestrukturen. Zu diesen Sitzungen trafen sie sich erstmals im Juli 1988. Der Kreis wurde mit Arnold erweitert und Roger B. wurde berufen. Arnold erarbeitete mit uns das Thema „Älteste“ und an der Gemeindeversammlung 1991 wurden Hansjörg, Ruedi und Roger B. in die Gemeindeleitung gewählt und im Gottesdienst als Älteste eingesetzt.

 

Martin, welcher massgeblich beim Aufbau unserer Gemeinde mitgeholfen hatte, trat zusammen mit seiner Frau in Buchs eine neue Stelle an als Pastor. Im August 1989wurden sie verabschiedet. Einen Monat später trat Res als Predigerpraktikant in der FEG Rapperswil an. Anfangs 1990 kam Arnold dazu.

 

Durch den Zuzug von Bernhard und Irma mit ihren Kindern 1989 wurde ein zweites Sonntagsschul Team benötigt. Neben den bisherigen Pia, Markus und Mike wurden Jolanda, Vreni und Gusti eingearbeitet.

 

Michi wirkte als Hauptleiter der Jungschar- und Jugendarbeit (Follower) bis er 1990Petra heiratete und in den Thurgau umzog.

 

Die damals bereits in Gommiswald bestehende Jungschararbeit wurde in die Gemeinde integriert. Neben Roger und Cordelia kamen viele andere als Mitglieder hinzu, um der in der Jungschar, Kinderstunde (mit Pia, Romy) und Jugendarbeit (Follower) einen wichtigen Dienst zu tun.

 

Der Follower wurde erweitert zur Jugendgruppe auch für junge Erwachsene. 1990gehörten Roger H., Thomas, Monika und Rolf zum Leiterteam. Für die Jungschararbeit waren Roger B., Rosmarie, Roland, Marcel, Manfred, Ferdinand, Nicole und Toni verantwortlich. Später war Toni für die Jugendarbeit der FEG in Siebnen tätig.

 

Unser Schaufenster wurde in den ersten Jahren durch Matthias und Romy, Ruedi und Vreni, Ruedi, Cordelia, Margrietha und Edith gestaltet.

 

Vreni wurde 1990 Hauptleiterin der Sonntagschularbeit und Luzia sowie Manuela Leiterinnen. Die von Pia begonnene Kinderstunde wurde durch Cordelia und Daniela weitergeführt.

 

Daniel Pf. arbeitete seit 1990 bis 2008 in der Gemeinde mit. René und Patricia sowie Kurt und Regula, welche anschliessend die „Ameisli Jungschar“ initierten, kamen 1990 zur Gemeinde dazu.

Verschiedene Brüder wurden angefragt, in der Gemeindeleitung mitzuarbeiten. Erstmals am 12. Juli 1995 waren Peter und Urs als Beiräte dabei. Urs wurde im Februar 1997zum Ältesten gewählt.

 

Daniel G. kam 2000 zur Gemeinde dazu und unterstützte das Musikteam.

Mission

Die Unterstützung für die Missionsarbeit war von Anfang an ein wichtiges Anliegen. Unsere ersten Zuwendungen gingen an Simon und Brigitt G. sowie Kurt und Cornelia. Später kam auch die Inland- und Europamission Bund FEG dazu. Auch Jolanda wurde während ihrer dreijährigen Ausbildung an der Bibelschule in Ampfelwang Österreich finanziell begleitet. Das neueröffnete Vollzugsgefängnis in Uznach, gegenüber unserer Gemeinde, wurde seit 1989 mit den Zeitschriften „Ethos“ und „Factum“ versorgt.

Raum-Not

Die Platzverhältnisse im Jahre 1989 führten zum Entschluss, den Saal zu erweitern auf den heutigen Stand. Bis auf den Jugendraum wurden alle Räume durch die Gemeindeglieder (meist in Fronarbeit) neu erstellt und eingerichtet. Der Jugendraum und ein Sonntagschulraum, wurden anfänglich von Martin Tiefenbach gemietet. Als weitere Umbau-Anekdote soll der Vorschlag von Res erwähnt werden: Der Einbau eines schalldichten Fensters vom Gottesdienstraum zum Nebenraum soll die Überwachung von Säuglingen und das Mithören der Predigt ermöglichen. Damals kamen viele Kinder auf die Welt. Der Verkauf der Liegenschaft Ochsen zwang uns später, nach anderen Räumen Ausschau zu halten. Aber, obwohl wir manchmal die Hoffnung aufgeben wollten, so hat uns Jesus durchgetragen und wir waren immer wieder überzeugt, dass unser Platz in Uznach ist.

Anlässe/Evangelisation

Der erste Gottesdienst fand am 1.11. 1988 statt. Martin ermutigte die Anwesenden mit der Erlebnis der Jünger, wie Jesus sie rechtzeitig rettete, als der Sturm ihr Boot zu kippen drohte. Anschliessend trafen wir uns regelmässig am Sonntagvormittag zum Gottesdienst. Damals waren wir 12 bis 15 Erwachsene.

 

Der Evangelist Beat Abry bereitete während einem halben Jahr die Gemeinde auf die Evangelisation mit dem Thema „unterwegs wohin“ im Herbst 1989 vor. Über diese Anlässe wurde auch Willi in Eschenbach informiert, welcher dort einen Hauskreis führte. Die Evangelisation führte zu verschiedenen Bekehrungen und Neuhinwendungen. Besonders an den beiden letzen Abenden war der Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Anschliessend wurde ein Glaubenskurs angeboten. Ebenso waren bei Followeranlässen über 100 Personen anwesend.

 

Der erste offene Abend mit rund 90 Teilnehmenden (davon viele Aussenstehende) war auch dank guten Anschlussgesprächen ein voller Erfolg. Der Saal war voll und die Gemeinde motiviert. Wir hatten beschlossen jedes Quartal einen Anlass (Film oder Vortrag usw.) durchzuführen.

Der Vortrag „Spuren der Sintflut“ mit Richard Wiskin fand im Dezember 1989 statt. Verschiedene gut bis sehr gut besuchte Vorträge mit ihm folgten über die kommenden Jahre.

 

Am ersten Taufgottesdienst am 03. September 1989liessen sich Ruedi und Luzia, Gusti und Urs an der Aabachmündung in Schmerikon taufen. Praktisch in jedem darauffolgenden Jahr konnten neue Geschwister getauft werden.

 

Auch Themenreihen wurden angeboten. So sprach Ueli Jungen zum Thema: „vom ersten Blick bis zum Traualtar“.

Im Herbst 1991 wurde im grossen Ochsen Saal eine Jugendwoche „Welcome 91“ mit Rainer Bamberger durchgeführt,. Es wurde ein grossartiges Feuerwerk mit Aktionen auf der Strasse und intensivem Gebetskampf auch während den Veranstaltungen. Viele wurden auf Jesus hingewiesen und Bekehrungen durften wir erleben. Im Anschluss zeigte sich aber eine gewisse Überforderung der Kräfte.

Wie in den Jahren 1991 und 1992 in Amden führten wir später mit grosser Beteiligung Gemeindelager durch.

 

Unser 10-jähriges Jubiläum konnte am 21. Sept. 1997 anlässlich der Evangelisationswoche „Persönlich“ mit Fredy Staub gefeiert werden.

An den drei Markttagen im Jahr wurde jeweils ein Schriftentisch aufgestellt und die Caféstube im Jugendraum geöffnet. Viele Gäste und Jugendliche konnten bewirtet und Kontakte geknüpft werden.

 

Es wurden auch regionale Treffen durchgeführt und vom Bund FEG unterstützt, um die Gemeinden im Linthgebiet zu stärken und die Zusammenarbeit zu ermöglichen. Daraus resultierten gemeinsame Boxenstopp Veranstaltungen und später gegenseitige Unterstützung in der Jugendarbeit.

Spannungen

Nach einer langen harmonischen Zeit kam es zu Diskussionen und Spannungen wegen theologischer Fragen sowie über die Ausrichtung und Identität der Gemeinde. Der Wunsch nach Wunder und Zeichen führten u.a. zu immer stärkeren Fronten. Unsere Geschwister wurden nebenher zu anderen Veranstaltungen eingeladen. Mit Bibelarbeiten zum Thema hatte die Gemeindeleitung versucht, eine Klärung zu erreichen. Aber einige Geschwister konnten nicht umgestimmt werden, was zu verschiedenen schmerzhaften Austritten führte. Die Gemeinde wurde dadurch geschwächt und war im Jahr 2001 auch aus anderen Gründen gezwungen, die Predigerstelle zu kündigen.

 

Eine neue Situation entstand, als Urs alleine Ältester der Gemeinde war. Martin und Ruedi unterstützen ihn als Beiräte bis zur Wahl von zusätzlichen Ältesten.

 

Von jetzt an waren wir wieder wie am Anfang auf die Dienste von befreundeten Predigern angewiesen. Immer wieder stellten sich Georg, Daniel, Walter, Ernst, Roger H. und viele andere Brüder für diesen wichtigen Dienst zur Verfügung.

Neue Zuversicht

Die durch Thomas im Jahre 2003 nitierte Plattform X-Change führte zu einer hohen Motivation der Geschwister und zu einer grossartigen Mitarbeit. Viele professionelle Anlässe konnten durchgeführt und interessierte Menschen angesprochen werden. Der Durchbruch bis zur finanziellen Unabhängigkeit konnte leider nicht erreicht werden.

 

Durch die Rückkehr von Roger und Daniela von Rorschach im August 2006, ergab sich die Möglichkeit, die Jugendarbeit am Ort wieder zu intensivieren. Durch die Wahl von Roger und Thomas zu Ältesten im Frühjahr 2008 konnte Urs entlastet werden.

Mit der Feier des 20-jährigen Jubiläums am 26. April 2009 setzten wir gemeinsam ein Zeichen, dass Jesus uns bis heute durchgetragen hat. Martin Leicht hatte uns in gleicher Weise ermutigt wie damals die Pioniere und uns darauf hingewiesen, dass Jesus unsere Herzen verändern möchte.